Landtagswahl

CDU gewinnt Wahl im Saarland - Rekord-Debakel für die FDP

Die CDU unter Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Wahl im Saarland überraschend klar gewonnen. Dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge kommen die Christdemokraten auf 35,2 Prozent der Stimmen (+0,7 Prozentpunkte), gefolgt von der SPD mit 30,6 Prozent (+6,1).

Drittstärkste Kraft wurde die Linke unter Spitzenkandidat Oskar Lafontaine mit 16,1 Prozent (-5,2). Die erstmals an der Saar antretenden Piraten kamen auf 7,4 Prozent und schafften damit auf Anhieb den Sprung in den Landtag. Die Grünen legten dagegen eine Zitterpartie hin und retteten sich mit 5,0 Prozent (-0,9) nur denkbar knapp in das Parlament. Desaströs verloren hat die FDP, die nur noch 1,2 Prozent (-8,0) erzielte. Das ist ihr schlechtestes Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland.

Die vorgezogene Wahl im kleinsten deutschen Flächenland war nötig geworden, weil Kramp-Karrenbauer im Januar die Jamaikakoalition aus CDU, FDP und Grünen aufgekündigt hatte - wegen Querelen in der FDP. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 61 Prozent und fiel damit etwas geringer aus als vor zwei Jahren.

Die Amtsinhaberin und SPD-Spitzenmann Heiko Maas hatten im Wahlkampf angekündigt, auf jeden Fall eine große Koalition schmieden zu wollen. Kramp-Karrenbauer sagte, man wolle zügig Gespräche mit der SPD führen, "so gründlich, dass wir eine gute Grundlage für fünf Jahre haben". Sie habe "alles auf eine Karte gesetzt", und dies habe sich ausgezahlt.

Für die CDU im Bund ist das starke Abschneiden auch eine Bestätigung für den Kurs von Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel. Das Ergebnis sei eine Ermutigung für die Bundespartei, sagte Unionsfraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier am Sonntag in der ARD. Allerdings konnten die Christdemokraten die schweren Verluste von 2009 nicht wieder aufholen. Damals hatte die Partei 13 Prozentpunkte verloren. Die SPD reagierte enttäuscht. Generalsekretärin Andrea Nahles sagte, man habe "das Wahlziel, den SPD-Spitzenkandidaten Heiko Maas zum Ministerpräsidenten zu machen, nicht erreicht".

Die Piraten dagegen feierten ihren Erfolg. Nach einer ZDF-Umfrage holten sie vor allem Stimmen von CDU, SPD und Linkspartei. Mehr als 20 Prozent ihrer Wähler kommen dagegen aus dem Lager bisheriger Nichtwähler. "Das macht uns extrem glücklich", sagte Michael Hilberer vom Landesvorstand. Linken-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine machte die Piraten für das schlechtere Abschneiden seiner Partei verantwortlich.

Die saarländische FDP räumte schwere Fehler ein. "Wir haben keine gute Figur gemacht", sagte Spitzenkandidat Oliver Luksic. Außerdem habe es keinen Rückenwind von der Bundesebene gegeben. Die FDP sitzt damit nur noch in zehn von 16 Landesparlamenten. Die Bundespartei setzt jetzt auf die nächsten Urnengänge am 6. Mai in Schleswig-Holstein und am 13. Mai in Nordrhein-Westfalen. Sie gelten auch als Schicksalswahlen für den FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler.