Verwaltungsangestellte

13.300 Tage mehr Urlaub

Die angestellten Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Berlin erhalten 13.300 zusätzliche Urlaubstage. Das ist die Folge eines Urteils des Bundesarbeitsgerichts (BAG), das die Regelung des Urlaubsanspruchs in den Verwaltungen gekippt hat. Die Richter entschieden, dass jüngere Mitarbeiter den gleichen Anspruch auf Urlaub haben wie ältere Kollegen.

Die Staffelung der Urlaubstage ist demnach unrecht. Bundesweit sind nach Angabe der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di 850.000 Angestellte in den öffentlichen Verwaltungen. Berlin ist wegen des hohen Alters der öffentlich Bediensteten unterdurchschnittlich betroffen. In der Zukunft können sich nach Angaben der Finanzverwaltung 2000 unter 30-Jährige und 4800 bis 40-Jährige Angestellte auf mehr Urlaub freuen. Sie erhalten bislang weniger Urlaub als die älteren Kollegen. "Wir prüfen derzeit das Urteil", sagte eine Sprecherin der Finanzverwaltung.

Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst sieht vor, dass Beschäftigte bis zum vollendeten 30. Lebensjahr 26 Tage Urlaub erhalten, zwischen 30 und 40 Jahren haben sie einen Anspruch auf 29, danach auf 30 Urlaubstage. Die Bundesrichter kippten diese Staffelung jetzt, weil sie für 40-Jährige keinen gesteigerten Erholungsbedarf sehen gegenüber jüngeren Beschäftigte. Daher müsse die Urlaubsdauer "nach oben" angeglichen werden, heißt es in einer Mitteilung des Gerichtes. Die jüngeren Angestellten werden also künftig bis zu vier Urlaubstage mehr erhalten.

Wann das Urteil in Berlin umgesetzt wird und ob es auch für andere Branchen gilt, ist derzeit noch unklar. Als wahrscheinlich gilt, dass die Ungleichbehandlung jüngerer und älterer Mitarbeiter nach Auffassung des Gerichts nur dann zulässig ist, wenn sie - zum Beispiel wegen schwerer körperlicher Arbeit - von den Tarifparteien begründet wird.