Öffentlicher Dienst

Mehr Urlaub für die Jugend

Den jüngeren Beschäftigten im öffentlichen Dienst steht mehr Urlaub zu, als sie bislang bekommen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt entschied in einem am Dienstag verkündeten Urteil, dass die unter 40-Jährigen ebenso Anspruch auf 30 Urlaubstage im Jahr haben wie ihre älteren Kollegen.

Für mehr als 850.000 Beschäftigte bedeutet das, dass sie bis zu vier Urlaubstage mehr im Jahr nehmen können. Die Regelung gilt ab sofort für die Angestellten beim Bund und den Kommunen. Da der Tarifvertrag für die Beschäftigten der Länder gleichlautend ist, gehen Juristen davon aus, dass die Entscheidung auch Auswirkungen auf die Landesangestellten hat.

Die bislang vom Alter abhängige Urlaubsdauer diskriminiere die jüngeren Beschäftigten und müsse deshalb "nach oben" auf einheitlich 30 Kalendertage angepasst werden, entschied das BAG. Die Richter verwiesen zur Begründung auf das seit 2006 geltende Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), wonach Beschäftigte nicht wegen ihres Alters benachteiligt werden dürfen. Im öffentlichen Dienst umfasste der Jahresurlaub bislang 26 Arbeitstage für bis zu 30-Jährige, 29 Tage bis zum vollendeten vierzigsten Lebensjahr und 30 Arbeitstage für über 40-Jährige.

Die kommunalen Arbeitgeber befürchten nun "massive Auswirkungen" dieses Gerichtsurteils. "Das Urteil bedeutet eine weitere beträchtliche Belastung für die kommunalen Arbeitgeber", sagte Manfred Hoffmann, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA).