Pi-Tag

Eine Zahl, die niemals endet

In Parks und Hörsälen wird heute weltweit rezitiert. Doch die Redner tragen keine Frühlingsgedichte vor, sondern Ziffern: die Nachkommastellen der Zahl Pi. Besonders schöne Passagen werden unter beifälligem Nicken der Anwesenden wiederholt.

In der US-Schreibweise liest sich der heutige 14. März als 3/14. Das macht ihn zum jährlichen Feiertag für Pi, das gerundet den Wert 3,14 hat. Wer es genau nimmt, zelebriert die Konstante um 1.59 Uhr und 26 Sekunden, denn 1-5-9-2-6 lauten die weiteren Dezimalstellen.

Der Physiker Larry Shaw hat den "Pi Day" ins Leben gerufen, in den USA ist er sogar offizieller Feiertag. Schulen dürfen den 14. März mit Festivitäten würdigen. An Universitäten essen Studenten und Dozenten Kuchen um die Wette. Das englische Wort für Kuchen lautet "pie", das Amerikaner ebenso aussprechen wie Pi. Im Hintergrund läuft der Titel "Pi" von Kate Bush, abends wird Pizza gereicht und Piña Colada getrunken.

Hinter den Aktivitäten steht die Faszination einer fast mystischen Zahl, die in vielen Ecken der Natur auftaucht und nie endet. Zehn Billionen Nachkommastellen sind bereits berechnet. Einen besonderen Rekord hält der Chinese Chao Lu: Für einen Eintrag im "Guinnessbuch der Rekorde" memorierte er 67.890 Dezimalstellen. Mehr als einen Tag lang musste ihm die Jury beim Rezitieren lauschen.