Volksinitiative

Mehr Urlaub? Nein, danke!

Der Schweizer arbeitet sehr viel. Zurzeit werden den Arbeitnehmern durchschnittlich fünf Wochen Urlaub gewährt, gesetzlich vorgeschrieben sind lediglich vier.

Deshalb fordert der Gewerkschaftsdachverband Travail Suisse jetzt "Sechs Wochen Ferien für alle". Über die Volksinitiative stimmen die Schweizer am kommenden Sonntag ab. Setzen sich die Arbeitnehmervertreter durch, soll der gesetzliche Mindestanspruch 2013 auf fünf Wochen erhöht werden, bis 2018 käme dann pro Jahr je ein Tag dazu.

"Mehr Ferien = weniger Jobs", warnen hingegen die Gegner des Vorschlags, zu denen mehrere Wirtschaftsverbände und die bürgerlichen Parteien zählen, auf ihren rot-weißen Plakaten. Sechs Wochen Urlaub für alle würde sechs Milliarden Franken (fünf Milliarden Euro) kosten, und das sei in Zeiten der Krise nicht drin. Die meisten Eidgenossen sehen das tatsächlich ähnlich. Bei einer Umfrage im Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks SRG lehnten 63 Prozent der Teilnehmer Ende Februar mehr Mindesturlaub ab. Es wäre nicht der erste Vorschlag zur Reduktion von Arbeitszeit, den die Schweizer nicht akzeptieren. Zuletzt scheiterte 2002 beispielsweise eine Initiative für eine 36-Stunden-Woche. Für mehr Ferien haben die Schweizer nur einmal gestimmt: 1993 für einen "arbeitsfreien Bundesfeiertag" am 1. August.