Sozialpolitik

Muslim-Studie löst Debatte über Integration aus

Die aufsehenerregende Studie des Bundesinnenministeriums über "Lebenswelten junger Muslime" hat erneut einen heftigen Streit über Integration in Deutschland ausgelöst.

"Deutschland achtet die Herkunft und kulturelle Identität seiner Zuwanderer", sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Donnerstag. "Aber wir akzeptieren nicht den Import autoritärer, antidemokratischer und religiös-fanatischer Ansichten." Die Befragungen von Muslimen hatten ergeben, dass 48 Prozent der Muslime ohne deutschen Pass starke Abgrenzungsneigungen hätten. Bei den jungen Muslimen lehnten 24 Prozent Integration ab, bei denen mit deutschem Pass immer noch 15 Prozent. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) stellte die Aussagekraft der Studie infrage: "Wir sollten die Vorurteile der Vergangenheit und althergebrachte Reflexe endlich hinter uns lassen." Auch Friedrich warnte davor, junge Muslime unter "Generalverdacht" zu stellen. Das sei ungerecht.