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Kritik aus der Opposition

SPD Ex-Finanzminister Peer Steinbrück sagte, das Krisenmanagement laufe nach dem Motto: "zu spät, zu wenig und vor allem zu ungefähr". Das erste Griechenland-Programm von 2010 sei "auf ganzer Linie gescheitert", daran trage die Bundesregierung ein "gerüttelt Maß an Mitschuld". Auch das neue Hilfspaket sei "auf sehr dünnes Eis gesetzt", die Zustimmung aber notwendig.

Grüne Fraktionsvorsitzende Renate Künast sagte, das Hilfspaket sei "nötig und sinnvoll", komme aber "sehr, sehr spät". "Das Feuer der Krise ist durch Ihr Zögern und Zaudern noch richtig angefacht worden", rief sie Merkel zu. So werde Griechenland am Ende kaputtgespart. Helmut Kohl "hätte in einer solchen historischen Situation keinen Augenblick gezögert und gezaudert".

Linke Fraktionschef Gregor Gysi verglich die Vorgaben für Athen mit den Reparationsforderungen an Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. "Sie machen bei Griechenland Versailles, die brauchen aber Marshall." Er verwies darauf, dass die Siegerforderungen im Versailler Vertrag zu weitgehend gewesen seien, was einer der Gründe für das Erstarken der Nationalsozialisten gewesen sei.