Finanzlage

Griechenland entdeckt noch ein Haushaltsloch

Gerade einen Tag hat die Erleichterung über die Einigung auf das zweite Hilfspaket gehalten, da erschreckt Griechenland die Europäer mit der nächsten schlechten Nachricht: Die griechische Neuverschuldung wird in diesem Jahr wieder einmal deutlich höher sein als kalkuliert.

Das Finanzministerium in Athen rechnet jetzt mit einem Defizit von 6,7 Prozent der Wirtschaftsleistung. Angepeilt wurden 5,4 Prozent. Der Grund für die desolate Finanzlage des Landes ist der Einbruch der heimischen Wirtschaft. Die Rezession führt zu niedrigeren Steuereinnahmen und höheren Sozialausgaben. Zusätzlich sollen im griechischen Parlament Dutzende Gesetze gebilligt werden, die weitere Kürzungen von Gehältern und Renten beinhalten sowie Entlassungen im staatlichen Bereich vorsehen. Die Einschnitte waren die Voraussetzung für die Billigung des zweiten Hilfspakets in Höhe von 130 Milliarden Euro. Genau dieses Paket veranlasste die Ratingagentur Fitch, das Land erneut herabzustufen. Der Schuldenschnitt für private Gläubiger sei ein Zahlungsausfall.