Weltraum

Wall-E räumt den Orbit auf

Im Film ist Wall-E der Letzte. Der kleine Roboter ist der einzige Erdenbewohner und räumt den völlig vermüllten Planeten auf - ganz allein.

Ähnliches schwebt Schweizer Forschern von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) vor: Sie wollen im All aufräumen und eine "kosmische Müllabfuhr" entwickeln. Professor Claude Nicollier von der EPFL betont, es sei an der Zeit, "die von Weltraumabfall ausgehenden Risiken sehr ernst zu nehmen". Hunderttausende Schrottteilchen kreisen um die Erde und gefährden Satelliten und Raketen. Schrottteilchen klingt niedlich, aber im All fliegen nicht nur Schräubchen herum, sondern auch Trümmerteile von Raketen.

Nun hat sich das Team um Volker Gass zum Ziel gesetzt, einen kleinen Fuhrpark von Reinigungsgeräten zu entwickeln. In drei, spätestens fünf Jahren wolle man den ersten Prototyp, "CleanSpace One", fertig haben. Kosten solle das Ganze rund 8,5 Millionen Euro.

Das erscheint viel Geld, aber das Gerät muss besondere Anforderungen erfüllen. "CleanSpace One" soll mit einem neuartigen, für das Vakuum geeigneten Motor ausgerüstet werden. Dieser treibt einen Greifarm an, der den Müll erst an- und dann einpackt. Motor und Greifarm müssen einiges leisten: Denn so ruhig und sphärisch uns das All erscheint, die Müllteilchen rasen mit Geschwindigkeiten von mehreren Zehntausend Kilometern pro Stunde dahin. Da ist schnelles Zupacken gefragt.

Wenn das Müllauto voll ist, soll es Richtung Erdatmosphäre fliegen und dort verglühen. Ein gutes Ende für Weltraummüll. Hoffen wir nur, dass "CleanSpace One" nicht so hoch entwickelt wird wie Wall-E, der Müllroboter aus dem Animationsfilm. Dann wäre sein Ende nämlich trotz der guten Tat vor allem traurig.