Kundengunst

Zwiebel überholt Gurke

Die Obst- und Gemüsebranche hat ein Problem: Die Deutschen essen einfach nicht genug von ihren Produkten - und wollen auch nur wenig dafür zahlen.

Im vergangenen Jahr verbrauchten die Privathaushalte nur 76,7 Kilogramm Obst, das entspricht 210 Gramm am Tag. Im Vergleich zu 2010 ist das ein Rückgang von sechs Prozent. In Berlin treffen sich von Mittwoch an für drei Tage mehr als 2500 Erzeuger und Handelsunternehmen, um ihre Produkte und Dienstleistungen rund um Obst und Gemüse zu präsentieren - und das Problem anzugehen. Generell seien die Preise für Obst und Gemüse zu niedrig, sagte der Präsident des Fruchthandelsverbandes, Dieter Krauß: "Das kann auf lange Sicht nicht funktionieren." Die Branche will jetzt eine Plakataktion in 900 deutschen Städten starten. Zudem soll auf der Berliner Messe ein Innovationspreis verliehen werden. Nominiert sind etwa der Züchter eines lilafarbenen Brokkolis und der Hersteller von vorgerösteten Süßkartoffeln. Ein besonderes Problem hatte im vergangenen Jahr übrigens die Salatgurke: Da sie unter Verdacht stand, mit dem Darmkeim EHEC verseucht zu sein, fiel sie in der Kundengunst zurück und wurde von der Zwiebel verdrängt. Diese ist die neue Nummer drei in der Beliebtheit. Noch lieber essen Deutsche nur Tomaten und Karotten.