Gewalt

Blutbad in ägyptischem Stadion war offenbar geplant

Die tödlichen Krawalle in einem Fußballstadion im ägyptischen Port Said haben eine politische Dimension. Politiker werfen den Sicherheitskräften Untätigkeit und Versagen vor.

Bei den Unruhen nach einem Erstligaspiel zwischen der Heimmannschaft al-Masri und dem Kairoer Spitzenklub al-Achly hatten Al-Masri-Anhänger die Gegner mit Messern, Steinen und Stöcken durch das Stadion gejagt. 74 Menschen kamen ums Leben, mindestens 200 weitere wurden verletzt. Polizisten hatten untätig zugesehen. Beobachter gehen davon aus, dass die Aktion geplant war, um Chaos zu schüren und damit die Notstandsgesetze zu rechtfertigen. Erst vorige Woche waren die Gesetze gelockert worden. Parlamentspräsident Saad al-Katatni warf den Sicherheitskräften vor, bewusst nicht eingegriffen zu haben, um "die Revolution in Gefahr zu bringen". Die Regierung ordnete drei Tage Staatstrauer an. Am Donnerstagabend versammelten sich mehrere Tausend Menschen auf dem Tahrir-Platz in Kairo, um gegen die Sicherheitskräfte zu demonstrieren. Dabei wurden fast 400 Menschen verletzt.