Olympia

Kein Wundertrainer fürs Wunderpferd

Ein Holländer verhilft Deutschland zum Olympiasieg? Diese Nachricht täte wohl jedem Sport-Fan in der schwarz-rot-goldenen Seele weh.

Erfolge gegen Oranje schmecken nun einmal besonders süß, ob im Fußball, Hockey oder sehr gern auch im Reiten. Schon von daher wäre es ein Unding, wenn ein deutsches Pferd von einem niederländischen Trainer in die Spur gebracht würde. Vor allem bei Totilas, diesem edlen Rappen, den Deutschland seit Herbst 2010 ins Herz geschlossen hat.

Der Vierbeiner wurde zwar in Holland gezogen, eilte einst unter dem Niederländer Edward Gal von Sieg zu Sieg, aber jetzt gehört er eben hierher, und bei den Olympischen Spielen im Sommer soll er seinen Reiter Matthias-Alexander Rath und die deutsche Dressur-Equipe in London zu Doppel-Gold führen. Doch dafür wollte Rath ausgerechnet den niederländischen Nationalcoach Sjef Janssen für seine Jungpferde - und später wohl auch für Totilas - engagieren.

Der Aufschrei war groß, die Internetforen liefen heiß. Wie schon damals, als Paul Schockemöhle den Superhengst Totilas für geschätzte zehn Millionen Euro von unseren Nachbarn weggekauft hatte. Der Schmerz sitzt offenbar immer noch tief. Jetzt schob der holländische Verband dem Fremdgehen Janssens einen Riegel vor, verhinderte somit in letzter Minute den Eklat. Oranje atmet auf - die deutschen Sport-Fans auch.