Frühkritik

"Freischütz" in der Komischen Oper

Friedlich frisst sich ein lebendiges Wildschwein über die Bühne der Komischen Oper. Es ist die Ouvertüre zur "Freischütz"-Premiere, und das Orchester unter Leitung von Patrick Lange spielt wunderbar.

Dann beginnt die Menschenjagd. Der brave Jägerbursche Max, so wissen wir, schießt daneben. Bauer Kilian erlegt die Dame im Pelz und darf sie auf offener Bühne entkleiden und ausweiden. Der spanische Opernregisseur Calixto Bieito ist immer gut für eine blutige, sexistische Provokation. Die Männer sind immer gewalttätig, die Frauen immer willig. Aber dieses Mal kommt leider eine Freudsche Analyse ins Spiel. In der Wolfsschlucht-Szene wird vom bösen Kaspar ein Ritualmord an einer Braut vollzogen, zwischen ihren Beinen die Freikugeln gegossen, derweil verwandelt sich Max in eine Art Rambo. Die Oper endet erwartungsgemäß blutig. Der gelächtertrunkene Chor singt hervorragend, die Solistenriege durchwachsen. Am Ende setzt es Buhs für Bieito. Zu einem echten Skandal reicht es nicht, einfach weil es nicht berührt. vbl

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