2011

"Döner-Morde" ist Unwort des Jahres

Die Bezeichnung "Döner-Morde" für eine rechtsterroristische Mordserie an acht türkischstämmigen Menschen und einem Griechen ist das Unwort des Jahres 2011. Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache bekannt.

"Mit der sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung einer rechtsterroristischen Mordserie werden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt", begründete die Sprecherin der Unwort-Jury, Sprachwissenschaftlerin Nina Janich, am Dienstag in Darmstadt das Urteil. Die Jury kritisierte außerdem die Formulierungen "Gutmensch" und "marktkonforme Demokratie". Zum Wort des Jahres wurde der Ausdruck "Stresstest" gewählt.

Durch die Beschreibung der Verbrechen als "Döner-Morde" seien die Opfer "aufgrund ihrer Herkunft auf ein Imbissgericht reduziert und in höchstem Maße reduziert worden", sagte Janich. Polizei und Medien hätten den Begriff geprägt - noch bevor herauskam, dass die Morde von einer Terrorgruppe begangen worden waren. Mit "Döner-Morde" wählte die sechsköpfige Jury den mit 269 Nennungen klaren Favoriten unter den 923 vorgeschlagenen Wörtern.