Bundespräsident

400 Demonstranten halten gegen Wulff ihre Schuhe hoch

"Wulff muss weg, Wulff muss weg", skandierten etwa 400 Demonstranten vor Schloss Bellevue und schwangen drohend Schuhe über ihren Köpfen.

Vor Christian Wulffs Amtssitz in Berlin fand am Sonnabendnachmittag eine Kundgebung unter dem Motto "Shoe for you, Mr. President" statt. In der arabischen Welt gilt die Drohung mit dem Schuh als Zeichen tiefer Verachtung. Berühmt wurde die Geste im Dezember 2008, als ein irakischer Journalist bei einer Pressekonferenz einen Schuh auf den damaligen US-Präsidenten George W. Bush warf. Jetzt forderten die Demonstranten den Rücktritt des Bundespräsidenten, der wegen der Affäre um seinen Hauskredit in der Kritik steht. Bei dem Protest wurden zwei Menschen verletzt: ein Demonstrant, der festgenommen wurde und später im Krankenhaus behandelt werden musste, sowie ein Polizist, den ein Faustschlag ins Gesicht traf.

Unterdessen wächst in der Koalition die Kritik an Wulff. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe beklagte im "Spiegel" "Ungeschicklichkeiten und Fehler" des Präsidenten. Er verdiene aber eine Chance, Vertrauen wieder aufzubauen.