Integrationspolitik

Integration: Senatorin will Eltern mehr in die Pflicht nehmen

Berlins neue Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat (SPD), will Eltern in der Integrationspolitik stärker in die Pflicht nehmen als bisher

. "In Schulen sollte man mit den Eltern Vereinbarungen schließen darüber, was ihre Pflichten sind", sagte Kolat im Gespräch mit der Berliner Morgenpost. Elternverträge könnten geschlossen werden, um etwa Hausaufgabenkontrolle und Pünktlichkeit der Kinder sicherzustellen. "Solche Instrumente muss man mehr nutzen", forderte Kolat, die sich für eine Integrationspolitik einsetzen will, in der Migranten sowohl gefördert wie auch gefordert werden. Es sei aber auch wichtig, den Eltern Erziehungsangebote an Schulen zu machen. Auch die Wirtschaft solle sich mehr für Migrantenkinder öffnen, sagte Kolat. "Viele Schulabgänger mit Migrationshintergrund kommen gar nicht darauf, sich bei einem deutschen Unternehmen zu bewerben, weil sie sich keine Chancen ausrechnen."

In der Diskussion um den auslaufenden Öffentlich geförderten Beschäftigungssektor (ÖBS) für Langzeitarbeitslose übte Kolat Kritik an Sozial- und Kulturträgern, die sich um die Zukunft ihrer Projekte sorgen. Die öffentlich geförderte Beschäftigung dürfe "nicht als Ersatz für eine dauerhafte Finanzierung von ganz vielen sozialen und kulturellen Projekten verstanden werden", so Kolat. "Die Frage muss sein, ob es gelungen ist, einen Menschen wieder fit für den Arbeitsmarkt zu machen, dafür wird die Finanzierung bereitgestellt."