Bagdad

Dutzende Tote bei Anschlagsserie in irakischer Hauptstadt

Die irakische Hauptstadt Bagdad ist von einer Anschlagsserie erschüttert worden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Donnerstag bei zehn offenbar koordinierten Explosionen mindestens 69 Menschen getötet und 169 weitere verletzt. Ziele der Drahtzieher der Anschläge mitten im Berufsverkehr seien "keine öffentlichen Institutionen oder Sicherheitsposten" gewesen, erklärte der Sprecher der für Bagdad zuständigen irakischen Sicherheitskräfte. Vielmehr seien "Schulen, Arbeiter sowie das Antikorruptionsbüro" getroffen worden. Es sei aber noch unklar, wer hinter den Angriffen stecke. Der Irak erlebt kurz nach dem Abzug der letzten US-Truppen eine schwere politische Krise, die vor allem von Differenzen zwischen Schiiten und Sunniten geprägt ist. Zuletzt hatte Ministerpräsident Nuri al-Maliki, der der schiitischen Mehrheit angehört, mit der Entlassung aller sunnitischen Minister aus seiner Regierung gedroht, weil diese die Kabinettssitzungen boykottierten.