Humboldtforum

Erste Rate für das Stadtschloss

Lange hatte es so ausgesehen, als sei der Bau des Berliner Schlosses für Land und Bund gleichermaßen eine irgendwie lästige Pflichtaufgabe.

Der Bundestag hatte den Bau zwar beschlossen, doch als die Bundesregierung im Sommer 2010 das Bauvorhaben aus Spargründen um zwei Jahre nach hinten schob, fiel der empörte Aufschrei verdächtig leise aus. Unerwartet kommt jetzt kurz vor Weihnachten noch mal so richtig Fahrt in das stockende Projekt: Berlin und Bund haben am Mittwoch eine Finanzierungsvereinbarung unterschrieben. Demnach wird Berlin noch in diesem Jahr zwölf Millionen für den Bau des Berliner Schlosses überweisen. "Damit können 2012 die Bauarbeiten beginnen", teilte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Donnerstag in Berlin mit. Das Fundament für das 590 Millionen Euro teure Mammutprojekt soll bereits 2013 fertig sein. Berlin beteiligt sich mit insgesamt 32 Millionen Euro - und seinem Anteil am Schlossplatz, den es als Baugrundstück kostenlos zur Verfügung stellt. "Mit diesem Vertrag ist der Bau des größten Kulturbauvorhabens nach der Wende unumkehrbar geworden", unterstrich Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD).

Die Grundsteinlegung soll nun bereits im April 2013 erfolgen. Das ist das Symbol für den offiziellen Baubeginn. Bund und Land verpflichten sich in dem Vertrag darüber hinaus, die Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum nach besten Kräften dabei zu unterstützen, das für die Wiedererrichtung der historischen Fassaden und weiterer Rekonstruktionsoptionen erforderliche Spendenvolumen einzuwerben. Auch der Abschluss der Bauarbeiten ist in dem Vertragswerk vereinbart. "Die bauliche Fertigstellung ist zum Ende des Jahres 2018 geplant", heißt es darin. Die Eröffnung des Humboldtforums könnte dann ein Jahr später erfolgen - so lange dauert es, bis alle Ausstellungsexponate an ihrem Platz stehen.