Urteil

Hohe Haftstrafen für U-Bahn-Schläger

Vier Jugendliche sind nach einer Prügelattacke auf dem Lichtenberger U-Bahnhof zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Gegen die 15- bis 18-Jährigen wurden vom Landgericht Berlin am Mittwoch wegen versuchten Mordes Jugendstrafen in Höhe von vier bis sechs Jahren Haft verhängt.

Das Gericht war überzeugt, dass sie im Februar dieses Jahres zwei 30 Jahre alte Handwerker durch Schläge und Tritte schwer misshandelt hatten. Ein Opfer konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Sein Arbeitskollege kam mit Blutergüssen davon. In dem nicht öffentlichen Verfahren hatten die Jugendlichen die Misshandlungen zwar eingeräumt, eine Tötungsabsicht aber bestritten.

Nach Angaben eines Justizsprechers sah das Gericht niedrige Beweggründe als Mordmotiv an. Aus "völlig sinnloser Lust an der Gewalt" hätten die Angeklagten die beiden Handwerker "zu Opfern ihrer Wut gemacht", hieß es. Das Gericht bescheinigte den vier Jugendlichen, "mit großer Brutalität" gegen die beiden Männer vorgegangen zu sein. Die Folgen für die Opfer seien gravierend und würden bis heute andauern, hieß es. Einer der Männer konnte sich wegen seiner schweren Verletzungen nur bruchstückhaft an den Übergriff erinnern. Nach Angaben seines Anwalts ist der Handwerker bis heute psychisch "schwer angeschlagen". Das Urteil entspricht im Wesentlichen dem Antrag des Staatsanwalts. Entgegen der Auffassung des Anklägers habe das Gericht allerdings nicht sicher feststellen können, dass das "treibende Motiv" Hass auf Deutsche gewesen sei, sagte der Justizsprecher. Zwei der Verteidiger kündigten an, sie würden das Urteil anfechten.