Arbeitsplätze

Wirtschaftsförderer holen fast 7000 Jobs nach Berlin

Trotz der Euro-Krise können die Hauptstädter auf knapp 7000 neue Arbeitsplätze hoffen. Dies geht aus der noch vorläufigen Jahresbilanz für 2011 hervor, die die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berlin Partner am Mittwoch vorgelegt hat. Und die liest sich äußerst positiv.

So hat das Unternehmen gegenüber dem Jahr 2010 bei den zentralen wirtschaftlichen Kennziffern wie Investitionen, neuen Arbeitsplätzen und Unternehmensakquisitionen erstaunliche Zuwächse von jeweils um die 50 Prozent generieren können.

Mit Unterstützung von Berlin Partner und dem Unternehmensservice haben sich 159 Unternehmen in Berlin neu angesiedelt oder ihren vorhandenen Standort erweitert. Sie wollen insgesamt 6938 neue Arbeitsplätze schaffen und 355 Millionen Euro investieren. Zählt man die vier Projekte hinzu, die die Wirtschaftsförderungsgesellschaft gemeinsam mit der ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB) erfolgreich im Nachbarland betreut hat, sind es sogar 163 Unternehmen mit 7230 Arbeitsplätzen und 371 Millionen Euro Investitionssumme. Zum Vergleich: 2010 waren es "nur" 105 Unternehmen mit zugesagten Investitionen in Höhe von rund 270 Millionen Euro, die Berlin Partner für die Hauptstadt gewinnen konnte. Fast die Hälfte der neuen Arbeitsplätze wird von Berliner Unternehmen geplant. Die andere Hälfte wurde von außerhalb angesiedelt. Auch die Internationalisierung der Berliner Wirtschaft zeige gute Fortschritte, erklärte Berlin-Partner-Chefin Melanie Bähr, die als Nachfolgerin des vor wenigen Wochen zurückgetretenen René Gurka am Mittwoch erstmals die Jahresbilanz präsentierte.

Die Details des Papiers zeigen erfreuliche Zahlen. So wuchs die Zahl der privaten Partner der Berliner Wirtschaftsförderung auf einen neuen Höchststand. Den Kern des öffentlich-privaten Netzwerks für Berlin bilden rund 220 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft, die Hauptstadtmarketing und Business Location Center unterstützen. Schwerpunkte für die Wirtschaftsförderer im nächsten Jahr seien die Bewerbung Berlins als "Schaufenster der Elektromobilität" sowie der Versuch, noch mehr Fachkräfte zu gewinnen. "Talent wird immer mehr zum Standortfaktor, Technologie ist es längst. Mit beiden Pfunden kann Berlin wuchern und im internationalen Wettbewerb gut bestehen", ergänzte Bähr. Im Bereich Unternehmensservice habe "die aktive Ansprache" der bereits in Berlin ansässigen Unternehmen Früchte getragen. Zudem gebe es mehr Projekte und neue Arbeitsplätze durch Expansion, an denen Berlin Partner mitgewirkt habe. Wichtiger wird Bähr zufolge die Standortsicherung. Insgesamt trug die Wirtschaftsförderungsgesellschaft in 16 Projekten dazu bei, 4122 Arbeitsplätze in Berlin zu halten. Diese Zahlen gehen in die Bilanz der 6938 neuen Arbeitsplätze nicht ein.

Studien von TNS Infratest aus den Jahren 2007 und 2010 zeigten, so Bähr, dass die Vorliebe für Berlin bei Topmanagern der internationalen Wirtschaft deutlich gestiegen sei. Nach der letzten Studie könnten 70 Prozent der Befragten aus zwölf Ländern sich vorstellen, in Berlin zu leben oder zu arbeiten, 40 Prozent denken sogar konkret daran, in den kommenden fünf Jahren einen Standort in Berlin zu eröffnen. Berlin Partner hat außerdem über 900 "Botschaftergeschichten" gesammelt und mehr als eine Million Berlin-Fans auf Facebook versammelt.

"Berlin wächst, Berlin internationalisiert sich"

Melanie Bähr, Geschäftsführerin Berlin Partner