Václav Havel

"Er war und bleibt ein Held"

Zunächst war er Schriftsteller. Doch Václav Havel wurde vor allem bekannt, weil er Dissident war, ein Streiter für die Menschenrechte und Kämpfer gegen das kommunistische Unrecht. Er sorgte dafür, dass sich das Volk der einstigen Tschechoslowakei 1989 von dem Regime befreite - friedlich und ohne Blutvergießen.

Die Revolution wird seither als die samtene bezeichnet. Havel wurde der erste frei gewählte Präsident der Tschechoslowakei und ab 1993 Präsident von Tschechien. Erst 2003 schied er aus dem Amt. Am Sonntag starb der Mann, der immer noch als Held verehrt wird, im Alter von 75 Jahren nach langer Krankheit - auf seinem Gut nahe dem ostböhmischen Ort Hradecek im Beisein seiner Frau, friedlich und im Schlaf.

Schon in den 70ern kämpfte Havel gegen das Regime. Die zwischen 1979 und 1982 aus dem Gefängnis geschriebenen "Briefe an Olga", seine 1996 verstorbene erste Frau, gaben auch den Lesern im Westen einen Einblick in das Unrecht. In der Haft zog er sich eine chronische Lungenerkrankung zu, der er jetzt erlag.

Europa verneigte sich am Sonntag vor Havels Verdiensten: "Sein Einsatz für Freiheit und Demokratie bleibt ebenso unvergessen wie seine große Menschlichkeit", betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Kondolenzbrief an den tschechischen Staatschef Václav Klaus. "Gerade auch wir Deutsche haben ihm viel zu verdanken." Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte: "Ich verneige mich vor diesem großen Streiter für Demokratie und Freiheit."

Der polnische Europaparlamentspräsident Jerzy Buzek erklärte, Havel stehe für die Wiedervereinigung Europas: "Er war und bleibt ein Held."