Kreditskandal

Bundespräsident entschuldigt sich für Tumult in Berlin

Der Auftritt von Bundespräsident Christian Wulff hat am Sonntag in Berlin zu tumultartigen Szenen geführt. Der wegen eines Privatkredits aus seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident angeschlagene Wulff hatte den Festgottesdienst anlässlich des 50. Jahrestages der Gedächtniskirche besucht.

Dabei bestürmten ihn zahlreiche Journalisten und Kameraleute derart, dass er sich im Anschluss an die Feier für den Aufruhr entschuldigte. Auf die zugerufenen Fragen reagierte er nicht. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe stellte sich am Sonntag hinter Wulff: "Der Bundespräsident hat sich umfassend erklärt. Ich habe volles Vertrauen in seine Aussagen", sagte er der Morgenpost. Auch FDP-Generalsekretär Patrick Döring war zuversichtlich, dass der Bundespräsident alle Vorwürfe ausräumen könne. Wulff selbst ließ über seine Anwälte eine Liste seiner Privaturlaube vorlegen, die er in den Anwesen befreundeter Unternehmer verbracht hatte. Demnach machte er seit seiner Wahl zum Ministerpräsidenten sechs Mal Urlaub in den Häusern privater Bekannter, davon drei Mal in Anwesen des Ehepaars Edith und Egon Geerkens, von dem auch der Privatkredit stammt.