Bundespräsident

Wulff bedauert Verschweigen seines Kredits

Bundespräsident Christian Wulff hat sich erstmals zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen wegen eines privaten Kredits geäußert. Er bedauere, dass ein falscher Eindruck entstanden sei, erklärte Wulff am Donnerstag schriftlich.

Es wäre besser gewesen, den Kredit bekannt zu machen, räumte das Staatsoberhaupt ein. Wulff wies zugleich den Vorwurf eines inhaltlichen Fehlverhaltens zurück.

Weil ihm daran gelegen sei, den Vorgang vollständig klarzulegen, werde er alle entsprechenden Unterlagen zu einem privaten Darlehensvertrag mit der Unternehmer-Gattin Edith Geerkens bei einem Rechtsanwalt zur Einsicht für Medien hinterlegen, teilte der Bundespräsident weiter mit. "Die Wahrnehmung öffentlicher Ämter verlangt zu jedem Zeitpunkt ein hohes Maß an Integrität und Verantwortungsbewusstsein", erklärte Wulff. Dieser Anspruch sei ihm Verpflichtung. Wulff betonte, dass er keine geschäftlichen Beziehungen zu dem Unternehmer Egon Geerkens unterhalten und deshalb den Niedersächsischen Landtag 2010 richtig informiert habe. Er habe keine Veranlassung gesehen, den privaten Darlehensvertrag mit Frau Geerkens zu erwähnen. "Ich erkenne an, dass hier ein falscher Eindruck entstehen konnte. Ich bedauere das." Es wäre besser gewesen, wenn er auf die Anfrage auch den privaten Vertrag erwähnt hätte, betont Wulff nun.

Er verstehe das Interesse der Öffentlichkeit, erklärte Wulff. Er habe am 25. Oktober 2008 einen Privatkredit von Frau Geerkens zu einem Zinssatz von vier Prozent für den Kauf eines Hauses aufgenommen. Hintergrund sei eine lange und persönliche Freundschaft. Im Dezember 2009 habe er Gespräche mit einem Privatkundenberater der staatlichen baden-württembergischen BW-Bank aufgenommen. Dies sei vor der Anhörung im Niedersächsischen Landtag gewesen, betonte Wulff. Am 21. März 2010 sei dann das Darlehen zu einem günstigeren Zinssatz abgeschlossen worden. Inzwischen sei dieses durch einen langfristigen Bankkredit abgelöst worden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte die Erklärung von Wulff. Dies sei eine "wichtige Erklärung" gewesen, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. "Ich schätze und würdige die Arbeit des Bundespräsidenten." SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann sagte: "Es verdient Respekt, dass Christian Wulff seine Fehler eingesteht."