Forschung

Der Mond nimmt ab

Wer sagt, der Mond nimmt ab, der meint die Phase vom Vollmond zum Neumond. Doch der Mond nimmt wirklich ab, ganz wortwörtlich. Er schrumpft - allerdings nur ein bisschen.

Mit dem Teleskop oder gar dem bloßen Auge ist der Schrumpfeffekt nicht festzustellen. Der Grund für das Phänomen, sagen Nasa-Forscher, ist die Sonne. Dort ereignen sich in unregelmäßigen Abständen sogenannte koronale Massenausbrüche.

Dabei schleudert die Sonne rund eine Milliarde Tonnen an elektrisch geladenen und hoch beschleunigten Teilchen ins All. Und die treffen den Mond mit voller Wucht, da er im Gegensatz zur Erde praktisch keine Atmosphäre besitzt, die ihn schützt. Die geladenen Wasserstoff- und Heliumatome schießen auf der Mondoberfläche Atome aus dem Gestein und katapultieren sie ins Weltall. Der Mond verliert also Masse. Bei einem typischen Sonnensturm von etwa zwei Tagen büßt er 100 bis 200 Tonnen Material ein, berichteten die Mondforscher (Selenologen) um Rosemary Killen vom Goddard Space Flight Center der Nasa in Greenbelt (Maryland) jetzt auf einer Tagung in San Francisco. Bislang ist das nur eine Berechnung. 2013 soll aber die Mondsonde "Ladee" den Effekt auch messtechnisch nachweisen. "Ladee" soll das Umfeld des Erdtrabanten genauer untersuchen.

Übrigens treffen die Sonnenstürme natürlich auch die Erde. Wir sind aber durch die Atmosphäre und das Magnetfeld weitgehend vor den rasenden Teilchen geschützt. Sehen kann man sie trotzdem. Sie sind die Ursache für die Polarlichter.