Arbeitsmarkt

Ein Jobausweis für jeden Europäer

Einen Ausweis dürften wohl die meisten Menschen in Europa haben.

Einen Personalausweis. Dazu kommt noch bei vielen ein Führerschein, aber das war es auch schon mit den offiziellen Dokumenten. Die Europäische Kommission will jetzt noch ein Dokument einführen: den elektronischen "Berufsausweis." Skilehrer, Fremdenführer, Bauarbeiter, einfach jede Fachkraft soll ihn beantragen können. Der Entwurf für den Gesetzesvorschlag, der der Berliner Morgenpost vorliegt, klingt skurril, ist aber durchaus sinnvoll. Er soll den Fachkräftemangel beseitigen, indem er die Arbeitsmärkte öffnen und das "Anerkennungsverfahren erleichtern und beschleunigen und es gleichzeitig transparenter machen" soll. Mit dem Berufsausweis kann jeder einem Arbeitgeber den Stand seiner Ausbildung nachweisen, in jedem EU-Land. Dabei, so heißt es im EU-Bürokratendeutsch, soll es am "Entsende-Land" liegen, die Ausbildung zu bestätigen.

Besonders profitieren sollen ab 2012 dann Menschen, die arbeitsmäßig häufig die Grenzen wechseln. Fremdenführer beispielsweise, die mit einer Reisegruppe nach Italien fahren, oder Skilehrer, die auch auf der österreichischen Seite der Alpen unterwegs sein wollen. Auf den Personalausweis wird man an so mancher Grenze wohl trotzdem nicht verzichten können, auch wenn vielleicht Skilehrer in dem Land gerade händeringend gesucht werden.