Finanzbranche

Deutsche Banken versagen beim Stresstest

Sechs deutsche Banken sind beim Blitz-Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) durchgefallen. Sie weisen bei dem Test eine Kapitallücke von insgesamt 13,1 Milliarden Euro aus, wie die Bundesbank und die deutsche Finanzaufsicht BaFin am Donnerstag mitteilten.

Europaweit fehlen den Geschäftsbanken laut EBA 114,7 Milliarden Euro. Die Bankenaufseher überprüften insgesamt 71 europäische Kreditinstitute. Sie ermittelten, wie viel Geld einzelnen Banken fehlt, um die ab Mitte 2012 geforderte Quote von neun Prozent harten Kernkapitals zu erfüllen. Kernkapital ist das Geld, mit dem Banken ihre risikobehafteten Geschäfte absichern.

Aus Deutschland hatten sich 13 Kredithäuser beteiligt. Von ihnen haben laut Bundesbank die Deutsche Bank, die Commerzbank, die DZ Bank sowie die Landesbanken NordLB, Helaba und WestLB die Kriterien der EBA nicht erfüllt. Dabei entfielen fast zwei Drittel des Kapitalbedarfs auf die beiden größten deutschen Privatbanken. Die Deutsche Bank benötigt demnach 3,2 Milliarden Euro an zusätzlichem Geld. Die Lücke der Commerzbank beträgt den Berechnungen zufolge 5,3 Milliarden Euro und fällt damit noch höher aus als von Analysten im Vorfeld befürchtet.

Beim letzten Test Ende Oktober hatte die Behörde für Deutschland noch eine Lücke von 5,2 Milliarden Euro ermittelt - weniger als die Hälfte des neuen Resultats. Das jetzige Ergebnis sei aber "vor dem Hintergrund der aktuellen Marktverwerfungen für Staatsanleihen und der gleichzeitigen Erhöhung der Kapitalanforderungen" zu betrachten, erklärte der Exekutivdirektor der BaFin-Bankenaufsicht, Raimund Röseler. Es komme vor allem dadurch zustande, dass die EBA die Regeln zur Berechnung des Eigenkapital-Bedarfs verschärft habe.

Kritik bekam die Behörde aus der deutschen Bankenbranche. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands, Hans Reckers, sagte: "Das Verfahren des Stresstests ist inkonsistent und ärgerlich"