Krise

S&P droht auch deutschen Banken mit Herabstufung

Nach Europas Staaten attackiert die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) nun Europas Banken. In einem Rundumschlag stellte S&P am späten Mittwochabend etliche große Kreditinstitute unter verschärfte Beobachtung ("CreditWatch"), darunter auch die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Weitere Banken sollen folgen. Ihnen droht damit genauso wie ihren Heimatländern eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit, was wiederum die Refinanzierung erschweren würde.

Der Schritt ist die logische Folge aus der Ankündigung von S&P vom Montag, die Ratingeinstufung von 15 Euroländern wegen der schwelenden Schuldenkrise zu überprüfen. Deutschland oder auch Frankreich könnten dabei ihre Topbonität von "AAA" verlieren. Entscheidend ist nun der Ausgang des EU-Gipfels am Donnerstag und Freitag, wo Lösungen für die Schuldenkrise gefunden werden sollen.

S&P erhöhte den Druck auf Europas Politiker am Mittwoch noch zusätzlich durch die Warnung, möglicherweise auch die sehr gute Kreditwürdigkeit ("AAA") der Europäischen Union um eine Stufe abzusenken. S&P hat nun 90 Tage Zeit, eine Entscheidung zu fällen.

Vor dem EU-Gipfel liegen die Positionen in der Diskussion über mögliche Vertragsänderungen noch weit auseinander. Was eine "Gesamteinigung" angehe, sei er "pessimistisch", sagte ein Vertreter der Bundesregierung. Heftige Kritik gab es zudem an den Vorschlägen aus der Brüsseler "Trickkiste".