Jugendwort des Jahres

Dreh doch mal den Swag auf

Wissen Sie, was "Swag" heißt? Sollten Sie. Denn "Swag" - gesprochen "Suäg" - ist das Jugendwort des Jahres, gewählt von 40 000 Jugendlichen und einer Jury von Sprachexperten. Aber auch wenn Sie das Wort nicht kennen - obwohl Sie sich für noch recht jugendlich halten -, sind Sie in guter Gesellschaft.

Denn auch die Experten waren überrascht, wie schnell sich der Begriff, der aus den USA stammt, verbreitet hat. "Swag" wurde durch ein Lied des österreichischen Rappers Money Boy bekannt, dessen Video zu "Dreh den Swag auf" alleine bei YouTube 14 Millionen Mal geklickt wurde. Der Begriff steht für eine "beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung" sowie eine "charismatisch-positive Aura". Er wird auch gern mal ironisch gebraucht, etwa wenn ein sichtbar unausgeschlafener Junge sagt: "Ich habe heute vergessen, den Swag aufzudrehen." Ende 2010 diskutierte die Online-Community noch darüber, ob Money Boy der schlechteste Rapper der Welt oder vielleicht doch die neue Hoffnung des deutschsprachigen Hip-Hops ist.

"Swag" jedenfalls landete knapp vor "Fail/Epic Fail" für groben Fehler oder totales Versagen auf Platz eins. Den dritten Platz belegt "guttenbergen" für abschreiben, "Körperklaus" - eine Wortneuschöpfung für Tollpatsch und Grobmotoriker - sicherte sich Platz vier, und "googeln" für suchen, allerdings nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch im U-Bahn-Plan, Platz fünf.

Die Halbwertzeit der Jugendwörter ist unterschiedlich. Der Sieger des vergangenen Jahres hieß "Niveaulimbo" (ständiges Absinken des Niveaus) und ist eigentlich schon wieder vergessen. Der Sieger 2009 trat allerdings einen legendären Siegeszug an: "Hartzen" wurde zu einem allgemeinen Begriff für rumhängen und auf Kosten der Allgemeinheit leben. Und noch 2008 machte "Gammelfleischparty" das Rennen, angeblich das Jugendwort für die professionell veranstaltete Über-30-Party.