Gesundheit

Minister Bahr: Ausgaben für Kliniken steigen auf 46 Milliarden

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für die Krankenhausbehandlung steigen ungebrochen stark an. "Im Krankenhausbereich sind im ersten Dreivierteljahr 2011 fast 46 Milliarden Euro aufgewandt worden", sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) im Interview mit der Berliner Morgenpost.

Das seien 4,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. "Dafür können die Patienten auch Qualität erwarten", betonte der Minister. Auf den Krankenhausbereich entfallen rund ein Drittel der Ausgaben im Gesundheitswesen. Die Ausgabenzahlen insgesamt will das Ministerium in der kommenden Woche vorlegen.

Im Morgenpost-Interview verteidigte der Minister sein gerade vom Bundestag beschlossenes "Landärztegesetz", das den Ärztemangel in unterversorgten Regionen beheben soll. "Die bisherigen Planungen der Politik basierten auf einem veralteten Gesellschaftsbild: Der Mann arbeitet als Arzt 80 Stunden die Woche, die Frau bleibt zu Hause", sagte Bahr. Doch junge Mediziner hätten heute eine andere Einstellung zum Beruf. Bahr: "Sie wollen geregelte Arbeitszeiten, sie wollen ein geregeltes Einkommen und Kinderbetreuung." Daneben lehnte der Minister eine gesetzliche Helmpflicht für Radfahrer ab. "Ich setze auf die Eigenverantwortung", sagte Bahr. Auch beim Skifahren gebe es keine Helmpflicht, dennoch fahre kaum jemand ohne Kopfschutz. "Der Helm kann sich also durchsetzen, ohne dass der Staat ein Kontroll- und Sanktionssystem aufbauen muss."