Proteste

Castor-Transport erreicht nach 125 Stunden Gorleben

Trotz massiver Proteste hat der 13. Atommüll-Transport ins atomare Zwischenlager Gorleben sein Ziel erreicht. Am Montagabend um 22.06 Uhr passierte der erste von insgesamt elf Tiefladern das Tor des oberirdischen Zwischenlagers in Niedersachsen.

Der Transport aus dem französischen La Hague mit hoch radioaktivem Material an Bord war am vergangenen Mittwoch gestartet. Mit gut 125 Stunden brauchte er so lange wie nie zuvor.

Die Castoren hatten die Verladestation in Dannenberg erst am Morgen nach tagelangen Protesten und Blockaden erreicht. Bevor die Tieflader auf die letzte Etappe gingen, räumte ein Großaufgebot der Polizei die von Castor-Gegnern besetzte Strecke. Bereits während der letzte Behälter am Nachmittag umgeladen wurde, begannen die Beamten damit, die Sitzblockade vor der Zufahrt ins Zwischenlager aufzulösen. Dort hatten mehrere Hundert Umweltschützer die Straße besetzt. Die Tieflader mussten etwa 20 Kilometer nach Gorleben zurücklegen. Auch diese Fahrt dauerte mit fast drei Stunden ungewöhnlich lange. Zwei Aktivisten war es nach Polizeiangaben gelungen, auf das Führerhaus des ersten Castor-Tiefladers zu klettern und den Transport zeitweilig aufzuhalten. Die Castoren wurden in Deutschland von etwa 19 000 Polizisten geschützt.