Fußball

Der Chef und der Ball

Fußball und die große Politik, das passt gut zusammen. Welcher Staats- und Regierungschef lässt sich schließlich nicht gerne auf der Tribüne während eines Länderspiels ablichten?

Doch bei kaum einem ist die Verbindung zwischen Sport und Amt so - sagen wir mal: bemerkenswert - wie bei Boiko Borissow.

Die Bulgaren schätzen an ihrem Ministerpräsidenten offenbar am meisten seine Ballkünste. Denn er liegt in der jährlichen Umfrage zum bulgarischen Fußballer des Jahres auf Rang zwei, nur hinter Dimitar Berbatow von Manchester United. Er platziert sich aber noch vor Stilian Petrow von Aston Villa und Nikolai Michailow von Twente Enschede. Der 52-jährige Borissow ist seit 2009 Ministerpräsident. Er spielt immer noch regelmäßig mit seinem Verein Vitosha Bistritsa in der Amateur-Liga.

Die Fans können noch bis zum 4. Dezember abstimmen. Dann wählt eine Jury aus Sportjournalisten den Gewinner aus den zehn Bestplatzierten.

Sollte Borissow gewinnen - nicht auszudenken, was das für eine internationale politische Signalwirkung haben könnte. Man stelle sich nur all die neidischen Amtskollegen vor, die plötzlich auch so einen schicken Titel als Beweis ihrer Sportlichkeit gewinnen wollen. Nicolas Sarkozy etwa. Oder Angela Merkel.