Commerzbank

Eine Wette auf den eigenen Untergang

Kurswetten sind an der Börse nichts Ungewöhnliches. Wetten auf fallende Kurse auch nicht.

Doch was die Commerzbank jetzt anbietet, klingt zumindest für Laien absurd: Das Finanzinstitut bietet zwei Papiere mit den Kennnummern CK5NBM und CK5NBS an, mit denen Anleger Gewinne machen, falls die Commerzbank-Aktie unter die Marke von einem Euro abstürzen sollte - also auf ein sogenanntes Pennystock-Niveau. Je tiefer das Papier stürzt, desto größer der Verdienst.

Solche Instrumente zur Absicherung von Kursrisiken sind allgemein üblich. Auf diese Weise wollen sich Kunden, die zum Beispiel in die 30 Dax-Werte investiert haben, gegen Kursabstürze absichern. Die Commerzbank als Anbieter solcher Zertifikate kann sich nicht einfach ausnehmen, nur weil der Dax-Konzern selbst gerade Probleme hat.

Das kuriose Papier ruft dennoch Kritiker auf den Plan: Ulrich Maurer von der Linksfraktion im Bundestag nannte das Angebot "Irrsinn" und "blanken Hohn". Maurer weiter: "Ich warte nur darauf, dass (Bundesfinanzminister Wolfgang) Schäuble Wetten auf den baldigen Untergang der schwarz-gelben Koalition anbietet. Allerdings würde ich dabei keinen Cent dagegen setzen."

Tatsächlich kommt das Produkt zur Unzeit: Am Dienstag hatten Gerüchte für Unruhe gesorgt, die bereits teilverstaatlichte Commerzbank brauche deutlich mehr zusätzliches Kapital als bislang angenommen, um die schärferen Anforderungen der europäischen Bankenaufsicht EBA zu erfüllen. Die Aktien der Bank stürzten in der Folge um mehr als 15 Prozent auf ein Rekordtief von 1,15 Euro ab. Die Sorge, die deutsche Nummer zwei müsse erneut den Staat anpumpen, nimmt seither zu. Wer allerdings sein Geld auf CK5NBM und CK5NBS gesetzt hat, kann sich bei solchen Nachrichten entspannt zurücklehnen.