Ermittlungen eingestellt

Guttenberg will zurück nach Deutschland

Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will in seiner Doktorarbeit nicht vorsätzlich getäuscht haben. "Wenn ich die Absicht gehabt hätte zu täuschen, dann hätte ich mich niemals so plump und dumm angestellt, wie es an einigen Stellen dieser Arbeit der Fall ist", sagte er der "Zeit".

Er wies auch Spekulationen über einen Ghostwriter zurück. "Ich habe den Blödsinn wirklich selber verfasst, und ich stehe auch dazu." Grund sei die Überforderung gewesen, nicht durch das politische Leben, sondern durch die parallele wissenschaftliche Arbeit.

In jedem Fall wolle er nach Deutschland zurück, sagte Guttenberg weiter. "Deutschland ist meine Heimat. Dort bin ich verwurzelt." Wann das sein werde, ließ er offen - auch eine Kandidatur bei der Bundestagswahl 2013: "Ich schließe nichts aus, aber es gibt bislang keine konkrete Intention." Er bleibe aber in jedem Fall ein "politischer Kopf". Eventuell ja sogar für eine neue Partei, auch wenn er der Frage auswich: "Ich bin zurzeit Mitglied einer Partei, die einen langen Weg zu gehen hat, um von der Abwärtsbewegung der sogenannten Volksparteien nicht ergriffen zu werden", sagte er weiter. Was "zurzeit" bedeuten könnte, wollte er nicht beantworten. "Nicht jede Betonung muss bereits eine Drohung sein", so Guttenberg. Zugleich erläuterte er aber auch, dass jede neue Partei zurzeit in der Mitte erfolgreicher wäre als am Rand. Bestehende Parteien würden die Mitte in den Augen eines erheblichen Teils der Bevölkerung "nur noch mit Phrasen und den immer gleichen Scharmützeln" bedienen.

Der Weg zurück in das politische Leben Deutschland wäre für ihn jedenfalls frei: Gegen eine Zahlung von 20 000 Euro an die Deutsche Krebshilfe stellte die Staatsanwaltschaft Hof ihr Ermittlungsverfahren gegen ihn ein.