Fahrplanwechsel

Bahn erhöht die Ticketpreise um knapp vier Prozent

Zugfahren mit der Deutschen Bahn wird erneut deutlich teurer.

Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember erhöht der bundeseigene Konzern die Preise im Fernverkehr um durchschnittlich 3,9 Prozent. Im Nahverkehr sind es im Schnitt 2,7 Prozent mehr. Die Anhebungen seien wegen der deutlich gestiegenen Personal- und Energiekosten notwendig, erklärte Bahn-Personenverkehrs-Vorstand Ulrich Homburg am Donnerstag. Bahnfahrer, die vor dem 11. Dezember ihre Weihnachtstickets kaufen, fahren zum alten Preis.

Auch für Bahncards müssen Bahnkunden tiefer in die Tasche greifen. Nach drei Jahren Preisstabilität kostet die Bahncard 25 in der zweiten Klasse künftig 59 Euro und damit zwei Euro mehr als bisher. Die Bahncard 50 wird um 10 auf 240 Euro angehoben. Die Sitzplatzreservierung kostet künftig einheitlich vier Euro für beide Klassen. Das bedeutet für Buchungen im Internet und am Automaten eine Steigerung um bis zu 60 Prozent.

Verkehrspolitiker von SPD, Linken, FDP sowie Fahrgastverbände kritisierten die Preispolitik des Konzerns. "Die Bahn ist auf der Erfolgsspur, vermeldet den höchsten Halbjahresumsatz in ihrer Geschichte und steigende Fahrgastzahlen", sagte der Vorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Michael Ziesak. "Wir fordern daher die Bahn auf, die zugewonnenen Fahrgäste nicht wieder durch eine Verteuerung der Tickets zu verprellen." Der Bundessprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn, Matthias Oomen, nannte die Erhöhung ein "falsches Signal".

Für Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sind die Preisanhebungen dagegen begründet. 2010 hatte die Bahn die Fahrpreise im Fernverkehr nicht und im Regionalverkehr um 1,9 Prozent erhöht.