Yeti-Konferenz

Die Spur des Schneemenschen

Der Yeti an sich ist ein scheuer Geselle. Seit 1889 kursiert die Sage, dass es einen "abscheulichen Schneemenschen" gibt. Ernsthaft gesehen haben ihn genauso viele Menschen wie das Ungeheuer von Loch Ness.

Dennoch gibt es genug Informationen, um Menschen zu faszinieren - und ihren Forscherdrang zu wecken. So versammelte sich am Wochenende eine Gruppe von "Forschern" zu einer internationalen Yeti-Konferenz in Sibirien. 3200 Kilometer östlich von Moskau, in Taschtagol, hofften sie auf eine leibhaftige Begegnung mit dem Genossen Schneemensch. Umsonst.

"Russische Yetis sind eben scheuer als etwa der Bigfoot in Amerika", sagte Yeti-Forscher Igor Burzew. Doch die Expertenrunde aus sieben Ländern will nicht aufgeben. "Ich habe keine Zweifel: In dieser Region gibt es Yetis", sagte der Profi-Boxer und Ehrengast Nikolai Walujew laut der Agentur Itar-Tass.

Bisher nahm man an, der Yeti existiere nur im Himalaja. Weit gefehlt. Auch im US-Bundesstaat Michigan treibt er sich herum: Die Amerikanerin Robin Linn sagte, sie brate jedes Jahr an Weihnachten zwei Truthähne: "Einen für meine Familie, den anderen stelle ich raus für den Yeti. Am anderen Morgen ist der Braten weg." Erstaunlich in einem Bundesstaat, in dem es unter anderem auch Bären gibt. Einen Fotobeweis hat Linn leider nicht: Der Yeti sei zu kamerascheu.

Das Thema muss jedenfalls weiter erforscht werden: In einem Leitantrag sprachen sich die Teilnehmer für die Einrichtung eines Lehrstuhls zur Yeti-Forschung an der Uni des Gebiets Kemerowo aus, in dem Taschtagol liegt. Die Kommunalverwaltung hatte wiederholt betont, dass sie Schneemenschen auf ihrem Gebiet nicht ausschließe. Warum auch? Immerhin zieht man so Touristen an.

( dpa//alu )