Demonstration

Syrische Botschaft in Berlin gestürmt

Peter Oldenburger

Die gewaltsamen Proteste gegen das syrische Regime haben auch auf Berlin übergegriffen. 24 Demonstranten brachen in der Nacht zu Sonntag in das Gebäude der syrischen Botschaft in der Rauchstraße in Tiergarten ein.

Weitere rund 30 Menschen skandierten vor dem Gelände Parolen, besprühten das Gebäude und forderten den Rücktritt des Präsidenten Baschar al-Assad.

Der Polizei zufolge kletterten die Demonstranten gegen 22.30 Uhr über den Zaun und brachen die Eingangstür der Botschaft auf. Einige der Regimegegner stürmten bis in die vierte Etage der Jugendstilvilla, wo sie Möbel zerschlugen und versuchten, sich zu verbarrikadieren. In der dritten Etage traten Demonstranten auf den Balkon und forderten lautstark Freiheit für Syrien.

Mitarbeiter des zentralen Objektschutzes riefen schließlich Verstärkung. Die Beamten versuchten, die beiden Anführer der Proteste zu beruhigen. Die Demonstranten hätten sich dann kooperativ gezeigt und sich gegen 23 Uhr von Polizeikräften aus der Botschaft geleiten lassen, sagte eine Polizeisprecherin. Zu Angriffen auf Beamte oder das Botschaftspersonal sei es bei dem Zwischenfall nicht gekommen. Rund 75 Beamte überprüften 58 Protestteilnehmer. Ein Mann wurde festgenommen, weil ein Haftbefehl gegen ihn vorlag.

Auch in Hamburg kam es zu Protesten. Am Sonntagmorgen drangen Demonstranten in das Bürohaus in der Hafencity ein, in dem das Honorarkonsulat Syriens seinen Sitz hat. Sie schlugen mehrere Fensterscheiben ein.