Kriminalität

Berlin ist Zentrum für Handel mit gefälschten Arzneimitteln

Das Geschäft mit illegalen Arzneimitteln in Deutschland boomt. Insbesondere Berlin gilt nach Frankfurt/Main als einer der Hauptumschlagsplätze für gefälschte Arzneimittel, teilte das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg am Mittwoch mit.

Anzeichen für die wachsende Kriminalität in diesem Bereich seien die steigenden Mengen an gefälschten Präparaten, die Zollfahnder und Polizei sichergestellt hätten. Rund zehn Millionen Tabletten waren es in Deutschland allein im Jahr 2010 - fast doppelt so viele wie 2009. Zudem werden immer wieder Produktionsstätten in Berlin und Brandenburg entdeckt.

Erst im vergangenen Mai gelang Ermittlern ein Schlag gegen illegale Medikamentenhersteller in Lichtenberg. Dabei konnten die Fahnder über 50 Kilogramm Substanzen, mit denen rund 50 000 Tabletten hätten hergestellt werden können, sicherstellen und den Anführer einer fünfköpfigen Fälschergruppe festnehmen. Besonders häufig werden Potenzmittel wie Viagra und Schlankheitspräparate nachgeahmt. Für den Verbraucher bergen diese Produkte große Gefahren. So enthalten die Medikamente in der Regel entweder zu wenig des tatsächlichen Inhaltsstoffes, oder die Präparate sind viel zu hoch dosiert. Zudem würden die Produkte oft unter sehr schlechten hygienischen Bedingungen hergestellt.