Statistisches Jahrbuch

Mehr Senioren, mehr Singles

Von Heirat halten die Deutschen heutzutage nicht mehr viel. Vom Kinderkriegen auch nichts - ganz im Gegensatz zu den 50er-Jahren. Das ergibt sich zumindest aus dem "Statistischen Jahrbuch 2011", das am Mittwoch vorgestellt wurde.

Damals heirateten Eltern zu 90 Prozent, und zwar bevor die Kinder kamen. Nur jedes zehnte kam unehelich zur Welt, heute ist es jedes dritte. 1950 wurden elf Ehen je 1000 Einwohner geschlossen, 2009 waren es nur noch fünf. Und war die Braut damals im Schnitt 25 Jahre alt, so war sie 2009 schon 30. Auch die Zahl der Singles steigt unaufhaltsam.

Ähnlich sieht es bei der Zahl der Geburten aus. 2009 kamen in Deutschland nur 665 000 Kinder zur Welt - halb so viele wie 1950. Die gute Nachricht: Die Kinder haben große Chancen auf ein langes Leben. Die Lebenserwartung bei Frauen liegt bei 83 Jahren, Männer werden 77, also 13 bis 14 Jahre älter als Anfang der 50er.

Weniger Kinder und längere Lebenserwartung führen allerdings zu einer Überalterung: Schon jetzt hat Deutschland europaweit den größten Anteil an Menschen über 65 Jahren. Nur die japanische Gesellschaft ist im weltweiten Vergleich durchschnittlich noch älter.

Auch sonst zeigt sich, dass die Geschmäcker sich ändern: Hießen die meisten Kinder der 50er Brigitte und Peter, sind heute Maximilian und Sophie vorn.

Aber auch Konstanten gibt es: Jeder fünfte Einwohner in Deutschland stammt damals wie heute aus einem anderen Land oder hat Eltern mit Migrationshintergrund. Damals sprach zwar noch niemand von Migration - Zuwanderung hat es trotzdem schon gegeben.