Staatsschutz

Bombenleger von Wedding festgenommen

Die Polizei hat den mutmaßlichen Rohrbomber vom Schillerpark gefasst.

Der 44-jährige Mann konnte nach intensiven Ermittlungen des Staatsschutzes am Donnerstag von Beamten eines Spezialeinsatzkommandos auf seiner Arbeitsstelle in Hohenschönhausen festgenommen werden. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden Bauteile für Sprengvorrichtungen entdeckt. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, war der in Wedding lebende Mann zuvor nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Die Ermittler schließen ein politisches oder religiöses Motiv aus. Gegen den Deutsch-Afghanen wurde am Freitag wegen des Verdachts des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung Haftbefehl erlassen.

Der mutmaßliche Bombenleger steht im Verdacht, am 14. August einen Sprengsatz im Weddinger Schillerpark deponiert zu haben. Die Bombe war in einer Plastiktüte versteckt. Als ein 58-jähriger Mann, der die Plastiktüte entdeckte, hineinsehen wollte, explodierte sie. Der Mann erlitt dabei schwere Verletzungen im Gesicht und an den Beinen.

Oliver Stepien, amtierender Leiter des polizeilichen Staatsschutzes, sagte, der Verdächtige könnte zwei weitere Taten begangen haben. Er wird verdächtigt, im Juni 2007 eine Rohrbombe am Dohnagestell und eine weitere am 26. Mai dieses Jahres am Nordufer deponiert zu haben. Diesen Sprengsatz hatte eine Spaziergängerin entdeckt, Kriminaltechniker entschärften ihn. Alle Bomben waren in gleichen Tüten versteckt und gleich konstruiert.