Neonazi-Trio

Rechtsterroristen hatten auch Politiker im Visier

Ermittler haben in dem Haus des Neonazi-Trios in Zwickau eine hochbrisante Liste mit 88 Namen gefunden.

Darunter sind auch Politiker, die die Rechtsterroristen offenbar im Visier hatten. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Jerzy Montag bestätigte, dass sein Name ebenso wie der des CSU-Abgeordneten Hans-Peter Uhl auf einer Liste steht, die als USB-Stick im abgebrannten Wohnhaus gefunden wurde. "Das ist ein sehr beklemmendes Gefühl", sagte Montag. "Die wollten mir sicher keine Weihnachtsgrüße schicken." Die niedersächsische Landesregierung musste am Mittwoch grobe Versäumnisse bei der Fahndung nach den Neonazis einräumen. Demnach gab es vor Beginn der Mordserie an türkischen und griechischen Migranten Erkenntnisse, dass der Terrorhelfer Holger G. dem Terroristen-Trio schon 1999 beim Untertauchen helfen sollte. Er wurde deshalb vom Verfassungsschutz ergebnislos observiert. Weitere Maßnahmen ergriff der Geheimdienst aber nicht. Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) wollen bei einem Sondertreffen am Freitag in Berlin gemeinsam mit den Ländern Pannen bei der Fahndung beraten.