Urteil

Haftstrafe für Reemtsma-Entführer

Aus der Sicht des Gerichts war es eine Tat zwischen zwei Ganoven: Weil er um das Millionen-Lösegeld aus der Reemtsma-Entführung fürchtete, hat Thomas Drach aus der Haft heraus versucht, seinen jüngeren Bruder erpressen zu lassen.

Das Hamburger Landgericht verurteilte ihn am Dienstag wegen versuchter Anstiftung zur räuberischen Erpressung zu 15 Monaten Haft, damit kommt eine anschließende Sicherungsverwahrung nicht mehr infrage. Die Kammer blieb deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die zweieinhalb Jahre Haft und Sicherungsverwahrung beantragt hatte.

"Es war eine Tat gegen Ihren Bruder, der kein zufälliges, unschuldiges Opfer ist", sagte die Vorsitzende Richterin Ulrike Taeubner. Es sei bei der Straftat um die Beute aus der Reemtsma-Entführung gegangen, die keinem der beiden Brüder zustehe. Drach habe vor Gericht keine Reue gezeigt, die objektiven Umstände aber eingeräumt. Es sei klar, dass er die Briefe geschrieben und er seinem Bruder Geld zur Geldwäsche übergeben habe. Strafverschärfend habe sich ausgewirkt, dass Drach vorbestraft sei und die Tat aus der Haft heraus begangen habe. Zudem seien von ihm auch in Zukunft kriminelle Taten zu erwarten. Taeubner sagte, der Angeklagte habe Angst gehabt, dass sein Bruder vor ihm aus der Haft entlassen werden könnte und sich dann die Lösegeld-Millionen unter den Nagel reiße.