Sparguthaben

Von Mäusekonten und Kinderkreditkarten

"Spare in der Zeit, dann hast du in der Not", sagt ein altes Sprichwort. Das gilt heute selbst für Kinder. Die Kids Verbraucheranalyse hat herausgefunden, dass Sechs- bis 13-Jährige rund 2,5 Milliarden Euro an Sparguthaben angehäuft haben.

Hinzu kommen rund drei Milliarden an Taschengeld und Geldgeschenken - allein in diesem Jahr. Ein gefundenes Fressen für die Banken. Die bieten inzwischen spezielle Kinderkonten an - zum Teil mit blumigen Namen wie "Mäusekonto" oder "Führerscheinsparen". Alle sind kostenlos, und teilweise gibt es sogar satte Zinsen. Kein Wunder, schließlich sind Kinder auch Kunden. Ab dem Alter von sieben Jahren gilt ein Kind als "beschränkt geschäftsfähig" und kann selbst über sein Taschengeld verfügen.

Der letzte Schrei: Bankkarten mit PIN oder sogar Kreditkarten für Kinder, die damit bargeldlos einkaufen können. Auch wenn alle Konten Guthabenkonten sind, die also nicht überzogen werden können, sehen Verbraucherschützer das kritisch. Hjördis Christiansen von der Verbraucherzentrale Hamburg warnt: "Das Ausgabeverhalten wird negativ beeinflusst, wenn statt eines Geldscheins die Karte verwendet wird, weil die Kinder nicht mehr direkt erfahren, wie das Geld immer weniger wird." Und Michael Herte von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein meint, hier werde ein Konsumverhalten gefördert, das nicht akzeptabel sei.

Die Banken sehen das naturgemäß anders. Die Visa-Prepaidkarte sei ein sinnvolles Instrument, um den Umgang mit Geld zu üben, meint beispielsweise Rainer Christian Rudolf, Sprecher der Wüstenrot Bank. Ob es allerdings sinnvoll ist, auch die Süßigkeiten im Zeitungsladen nebenan mit dem guten Namen zu bezahlen, sei dahingestellt.