Finanzministerium

Schäuble verlangt Aufklärung über 55,5-Milliarden-Panne

Die wohl größte Buchungspanne aller Zeiten hat am Wochenende für helle Empörung gesorgt. Wie berichtet, hatte die sogenannte "Bad Bank" der HRE, die FMS Wertmanagement, 55,5 Milliarden Euro fälschlicherweise auf der Minusseite verbucht.

Um diesen Betrag verringert sich jetzt der deutsche Schuldenberg. Im Prinzip wurden im Computersystem Addieren und Subtrahieren verwechselt, sodass beispielsweise steigende Kurse bei Wertpapieren als Verluste verbucht wurden. Zum Vergleich: 55,5 Milliarden Euro entsprechen etwa dem Doppelten der gesamten deutschen Neuverschuldung 2011.

Die Bank-Verantwortlichen sollen nun dem Finanzausschuss des Bundestags Rede und Antwort stehen, kündigte der CSU-Politiker Hans Michelbach am Sonntag an. Es sei ein "unfassbarer Fehler", und er erwarte eine "lückenlose Aufklärung". Auch bankintern müssten Konsequenzen gezogen werden. "Das schließt personelle Konsequenzen ausdrücklich ein", sagte er.

Das Finanzministerium versuchte, dem Ganzen eine positive Wendung zu geben. "Ungeachtet der noch zu klärenden Ursachen für diese Korrektur begrüßt die Bundesregierung grundsätzlich jede Reduzierung des Maastricht-Schuldenstandes", betonte das Haus von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Wie das Ministerium bestätigte, hat Schäuble die verantwortlichen Manager zum Rapport einbestellt.