50 Jahre Anwerbeabkommen

Woran ich mich in Deutschland nie gewöhne . . .

Strenge Eltern

Hülya Ilter (36), Gastronomin : Warum müssen die deutschen Eltern mit ihren Kindern immer so streng sein? Ich denke, häufig hilft einem in der Erziehung Herzlichkeit weiter als nur klare Regeln und Vorschriften. Das unterkühlt die Beziehung doch nur.

Deutsche Butter

Muharrem Batman (46), Schrottkunstgalerist und Elektrohändler : Anfangs habe ich Honigmelonen sehr vermisst. Heute sind es türkischer Schafskäse und Fleisch. Außerdem fehlt mir auch richtige Butter. Türkische Butter riecht besser, wenn man sie in der Pfanne zerlässt.

Vorurteile

Aycan Türhan (28), Studentin : Ich kann mich nicht daran gewöhnen, dass die Deutschen so viele Vorurteile gegen die Türken haben. An der Uni ist das glücklicherweise anders. Ich kann studieren, und mein kleiner Sohn in der Zeit in den Kindergarten gehen.

Feine Haare

Ayhan Isik (29), Friseur : Bei deutschen Haaren hält keine Frisur lange. Sie kommen häufiger zum Friseur, manche alle zwei Tage, nur zum Föhnen. Sie bleiben auch viel länger im Geschäft. Dafür sind die Deutschen pünktlich zum Termin und sagen nicht zwei Stunden vorher ab.

Öffentliches Küssen

Mülkinaz Tazegül (56), Frührentnerin : Ich habe die letzten 20 Jahre in Deutschland gearbeitet und gelebt und kann mich trotzdem nicht an den Anblick gewöhnen: Warum küssen sich die jungen Leute andauernd öffentlich auf der Straße? Bei uns ist das viel geheimnisvoller.

50 Jahre Anwerbeabkommen mit der Türkei Am 30. Oktober 1961 kamen die ersten türkischen Gastarbeiter nach Deutschland. Viele sind geblieben, vor allem in Berlin. Jetzt prägen ihre Enkel die deutsche Kultur.