Neues Gesetz

"Vielen Dank für Ihren Anruf ..."

"Vielen Dank für Ihren Anruf. Der nächste freie Mitarbeiter wird Ihre Frage entgegennehmen ..." Wer diese Ansage bei einer Hotline hört, weiß zweierlei: Er kann sich noch gemütlich einen Kaffee machen, und er wird am Ende des Monats eine hohe Telefonrechnung bekommen.

So mancher zahlt sogar umsonst - wenn er nach zehn Minuten gefrustet von der unsäglichen Endlosmusik den Hörer hinwirft. Der Verdacht einer bewussten Hinhaltetaktik liegt nahe, um dem Kunden möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen.

Doch das will der Bundestag nicht mehr dulden. Wer künftig in Warteschleifen hängt, hat zwar immer noch Zeit für den Kaffee, aber er muss zumindest nicht mehr für die langen Minuten bis zum nächsten "freien Mitarbeiter" bezahlen. Die Abgeordneten beschlossen am Donnerstag eine Neufassung des Telekommunikationsgesetzes. Die besagt, dass die Wartezeit innerhalb eines Jahres komplett kostenlos werden soll. Warteschleifen sind dann nur noch bei Gratisnummern, für Anrufe bei normalen Ortsvorwahlen oder bei einem Festpreis für den gesamten Anruf gestattet. Zudem muss der Anrufer über alle Kosten für den Anruf informiert werden. Übergangsweise sind zumindest die ersten zwei Minuten kostenlos.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) brachte es bei der Debatte auf den Punkt: Mit der Geduld der Menschen solle kein Geld verdient werden. Und der Bundesverband der Verbraucherzentrale (vzbv) jubelte, "die Abzocke bei Servicenummern" werde bald ein Ende haben.

Daneben gibt es aber auch moderne Lösungen. In Zeiten des Mitmach-Web rät Unternehmensberater Thomas Knüwer zum Beispiel, das Problem bei Facebook auf der Pinnwand des Unternehmens öffentlich zu machen. Das sorge meistens für schnelle Abhilfe. Den Kaffee kann man ja auch am Computer trinken.