Forschung

EU-Gericht verbietet Stammzellen-Patente

Der Europäische Gerichtshof hat der Arbeit mit embryonalen Stammzellen enge Grenzen gesetzt. Patente seien grundsätzlich nicht zulässig, urteilte das höchste EU-Gericht. Die kommerzielle Nutzung von Embryonen sei ebenso wenig patentierbar wie die Forschung an ihnen.

Sie argumentierten mit der Achtung der Menschenwürde. Insbesondere verwiesen sie darauf, dass die Gewinnung embryonaler Stammzellen die Zerstörung von Embryonen mit sich bringt (AZ: C-34/10). Damit wird auch die Vermarktung gebremst. Der Bonner Professor Oliver Brüstle hatte Nervenvorläuferzellen geschaffen, die einmal zur Parkinson-Therapie dienen sollten. Er darf weiter daran forschen, seine Technik aber nicht patentieren lassen. Sie ist damit für viele Pharmafirmen uninteressant geworden. "Das Urteil ist ein ganz schlechtes Signal für die Wissenschaftler in Europa", sagte Brüstle. Forscher befürchten, dass nun Asien und die USA europäische Forschungsergebnisse verwerten. "Menschliches Leben darf nicht patentiert werden", sagte dagegen der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider. Für die Deutsche Bischofskonferenz ist das Urteil "ein deutliches Signal gegen den Machbarkeitswahn des Menschen". Auch die Politik reagierte zustimmend.