Militär

Nato einigt sich auf Ende des Libyen-Einsatzes

Nach dem Tod von Muammar al-Gaddafi will die Nato den Libyen-Einsatz bis Ende Oktober abschließen. Das gab Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am späten Abend in Brüssel bekannt. Die Entscheidung sei vorläufig, die endgültige Entscheidung werde in der kommenden Woche fallen.

Bis dahin werde die weitere Entwicklung der Lage abgewartet. "Ich bin sehr stolz auf das, was wir erreicht haben", sagte Rasmussen. Dies sei auch in der Geschichte des Bündnisses "ein besonderer Moment".

Zuvor hatte es geheißen, die Operation Unified Protector solle sofort eingestellt werden. Das hatte jedoch einen heftigen Streit unter den Botschaftern ausgelöst, ob es politisch geboten sei, den Einsatz, der den Rebellen zum Sieg verholfen hatte, nur einen Tag nach dem Tod Gaddafis zu beenden.

Inzwischen soll auch Gaddafis zweitältester Sohn Saif al-Islam auf der Flucht festgenommen worden sein. Bestätigt wurde der Bericht zunächst jedoch nicht.

Unterdessen werden immer mehr Einzelheiten über die letzten Minuten des Diktators bekannt. Eine US-Drohne und ein französisches Kampfflugzeug hatten den Konvoi des flüchtenden Gaddafi beschossen - allerdings ohne zu wissen, dass er in einem der Fahrzeuge saß. Dies geht aus einem Nato-Dossier hervor. "Zur Zeit des Angriffs wusste die Nato nicht, dass sich Gaddafi in dem Konvoi befand", heißt es. "Das Eingreifen der Nato war ausschließlich durch die Verringerung der Bedrohung für die Bevölkerung begründet."

Nach wie vor kursieren unterschiedliche Versionen über den Tod des Machthabers. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) warb ebenso wie das UN-Menschenrechtskommissariat für Ermittlungen. Der Nationale Übergangsrat habe ein eigenes Interesse daran, die Todesumstände aufzuklären, sagte Westerwelle in Berlin. Das UN-Menschenrechtskommissariat äußerte die Vermutung, Gaddafi sei hingerichtet worden. Auch Gaddafis Witwe Saifa forderte Ermittlungen der Vereinten Nationen.