Militär

Russland ohne neue Kalaschnikows

Nur wenige Gewehre haben es im Laufe ihrer Geschichte zu einem derartigen Weltruhm gebracht wie die Kalaschnikow AK 47 (Originalbezeichnung: "Awtomat Kalaschnikowa, obrasza 47"). Mit ihrer Hilfe siegte die Rote Armee ab 1944 gegen die Deutschen.

Rund 100 Millionen Exemplare von ihr wurden produziert. Sie ist die am häufigsten hergestellte Handfeuerwaffe weltweit.

Doch jetzt scheint ihre Erfolgsgeschichte vorerst gestoppt. Denn die russische Armee hat wegen einer übermäßigen Ausstattung ihrer Truppen mit Kalaschnikows die Bestellungen neuer Sturmgewehre gestoppt und wartet jetzt lieber auf einen neuen Typ. Das derzeitige Angebot an Kalaschnikows vom Typ AK 74, eine Weiterentwicklung von AK 47, übersteige die Nachfrage "um das Zehnfache", sagte Russlands Generalstabschef Nikolai Makarow. Die Armee durchlaufe zudem eine der größten Reformen ihrer Geschichte.

Auch für 2012 und 2013 seien zunächst keine Neuanschaffungen geplant. Kalaschnikow-Hersteller Ischmasch versprach umgehend, bis Jahresende eine zeitgemäßere Variante vorzulegen.

Die Nachricht vom Bestellstopp könnte für viele ein Schock sein. Speziell für den legendären Entwickler Michail Kalaschnikow. Der gilt in Russland als Volksheld, Präsident Dmitri Medwedjew gratulierte ihm 2009 persönlich zu seinem 90. Geburtstag. Aus Rücksicht auf Kalaschnikows angeschlagene Gesundheit haben ihn seine Verwandten über die neuen Pläne der Armee lieber gar nicht erst informiert.