Nahverkehr

Senat fordert mehr Service von der S-Bahn

Mit Unverständnis und Kritik haben die Verkehrsminister von Berlin und Brandenburg auf die Ankündigung der S-Bahn reagiert, ihr Personal auf den Bahnhöfen in den nächsten zwei Jahren deutlich zu reduzieren.

"Sicherheit auf den Bahnhöfen ist genauso wichtig wie funktionierende Züge", sagte dazu Berlins Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer (SPD). Es sei verständlich, dass die Nutzer der S-Bahn sich auf leeren Bahnhöfen unwohl fühlen würden. Die S-Bahn habe durch Zugausfälle und Verspätungen ihren Ruf bereits fast verspielt. Sie sollte daher die Chance nicht ungenutzt lassen, mit einem guten Fahrgastservice ihr Image wieder zu verbessern.

Scharfe Kritik gab es auch von Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger. Das Bahnhofspersonal sei für den Fahrgast wichtiger Ansprechpartner und trage dazu bei, Vandalismus und Gewalt vorzubeugen, sagte er. Mit der Einführung eines neuen Zugabfertigungssystems im kommenden Jahr will die S-Bahn die Anzahl der Aufsichten deutlich reduzieren. Demnach sollen ab 2013 nur noch 20 der aktuell 166 S-Bahnhöfe ständig mit Mitarbeitern besetzt sein. Derzeit gibt es noch auf 68 Stationen Aufsichten.