Bildung

Die Not der Berliner Schulen

Die Schulen der Hauptstadt kranken an vielen Problemen: Es mangelt an Lehrern und Geld, häufig sind die Gebäude seit langem sanierungsbedüftig, und vielerorts herrscht ein niedriges Unterrichtsniveau. Oft sind die Schulen auch ein Spiegel gesellschaftlicher Probleme.

Immer mehr Eltern meiden Lehranstalten in sozialen Brennpunkten. Sie werden zu ungeliebten "Restschulen", an denen sich lernschwache Kinder sammeln.

Um diese Flucht zu stoppen, gehen erste Brennpunktschulen ganz neue Wege. Den Anfang machte vor zwei Jahren die Gustav-Falke-Schule in Wedding, die Klassen ausschließlich für Kinder mit sehr guten Deutschkenntnissen einrichtete. Jetzt bietet die Moabiter Grundschule an der Paulstraße Sonderklassen an, in denen Kinder nach dem bei bildungsnahen Familien geschätzten Montessori-Prinzip unterrichtet werden.

Das ist nicht unumstritten. Denn obwohl die Montessori-Klassen allen offenstehen, führt die Zweigleisigkeit häufig zu einer Trennung zwischen deutschen Kindern und Kindern ausländischer Eltern. In den Regelklassen haben fast 90 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund, in den Montessori-Klassen nur rund 20 Prozent. Jetzt regt sich Widerstand: Erste Eltern sprechen von Diskriminierung und wollen die Aufteilung der Kinder nicht länger hinnehmen. Die Schulexpertin Heidemarie Arnold warnt: "Die Unterscheidung zwischen Spezialklassen und Regelklassen darf nicht zu einer Aussonderung führen."